Wirkung von Cannabis

Kleine Cannabiskunde: Die Wirkung von Cannabis genau erklärt

„Erzähl mal, wie wirkt das eigentlich?“

Cannabis ist nicht nur die am häufigsten konsumierte, (teilweise) illegale Droge der Welt, sondern auch als medizinisches Therapeutikum einsetzbar. Ein klares Wirkungsschema herauszustellen ist aber gar nicht so einfach. Das Spektrum ist um einiges größer, als man es auf den ersten Blick zu erkennen meint. Wir wollen Dich im Folgenden darüber aufklären, was Cannabis im menschlichen Körper eigentlich so macht und wieso es so schwierig ist, pauschale Aussagen über die Wirkung von Cannabiskonsum zu treffen.

Wie Cannabis im Körper wirkt

Um die Wirkungsweise von Cannabis verstehen zu können, sollten wir erstmal skizzieren, was bei Cannabiskonsum in unserem Körper passiert. Die ausschlaggebende Substanz ist hierbei das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Führen wir dem Körper THC zu, wird das Belohnungszentrum unseres Gehirns angeregt. Normalerweise wird dieser Bereich des Gehirns durch den Neurotransmitter Dopamin stimuliert. Dopamin wird in der Umgangssprache auch oft als Glückshormon bezeichnet und hat einen positiv – beruhigenden und schmerzlindernden Effekt auf den Körper. Jedoch kann THC im Alleingang weder das Belohnungszentrum des Gehirns noch die Dopamin – Ausschüttung stimulieren. Hier kommt der Neurotransmitter GABA ins Spiel. GABA hemmt die Dopamin – Ausschüttung aber THC wiederum hemmt die GABA-Ausschüttung. Durch diese gegenläufige Reaktion kann THC also die Dopamin – Ausschüttung indirekt verstärken und den Konsumenten somit mit dem Glückshormon überschwemmen. Zudem besetzt THC die Rezeptoren des Neurotransmitters Anandamid und stört diesen somit bei seiner Arbeit. Anandamid ist unter anderem für den Gleichgewichts-, Koordinations- und Erinnerungssinn zuständig. Aus diesem Grund können diese Bereiche nach einem Cannabiskonsum beeinträchtigt sein. Der Hypothalamus, ein bestimmter Teil des Gehirns, besitzt besonders viele Anandamid-Rezeptoren. Da dieser auch für die Regulation unseres Hungergefühls zuständig ist, sind die sogenannten „Munchies“, also Heißhungerattacken eine oft gesehene Folge von Cannabiskonsum.


Effekte von Cannabiskonsum

Um die Wirkung von Cannabis einmal genauer zu betrachten, schauen wir doch mal, was die Wissenschaft von vor über 150 Jahren darüber gesagt hat. Der deutsche Pharmakologe Ludwig Lewin beschrieb die Wirkung von Cannabis Mitte des 19. Jahrhunderts folgendermaßen:

Bestenfalls ist es so, als wenn die Sonne jenen Gedanken beschiene, der das Gehirn durchzieht und jede Bewegung des Körpers eine Quelle von Lust wäre. […]. Dabei kann noch ein gewisser Verwirrungszustand bestechen, in dem allerhand fernliegende Gedanken, über deren Auftauchen man sich Rechenschaft nicht zu vergeben mag, heranstürmen. Verworrene Pläne, deren Klärung bisher unmöglich schien, glaubt das Individuum entworren vor sich und der Verwirklichung entgegengehen zu sehen. Die Bande der Zeit und des Raumes sind gesprengt. – Lewin in Täschner, 2005

Lewin stellt in seinem Erfahrungsbericht in erster Linie positive konnotierte Wirkungsweisen des Cannabiskonsums wie einen beispielsweise einen emotional-gelassenen Rauschzustand, das Aufkommen von neuen Ideen und verstärkte Kreativität sowie das Nichtig-werden von zeitlichen Wahrnehmungen dar. Cannabiskonsumenten berichten auch oft von einem verstärkten Gemeinschaftserleben unter Freunden und einer subjektiven Verstärkung der Wahrnehmung. Emotionen aller Art werden stärker gefühlt und wahrgenommen. Heutzutage wird Cannabis im medizinischen Bereich vor allem zur Schmerztherapie und zur Behandlung von Epilepsie und Multipler Sklerose eingesetzt. Jedoch kann sich die Wirkungsweise von THC auch in negative Richtungen entwickeln. So können statt Euphoriegefühlen Angst und Panik entstehen. Verwirrtheit und Verfolgungsideen, sogenannte Paranoia sind möglich. Konsumenten mit schlechten Erfahrungen sprechen hierbei meist von einem „Horrortrip“. Durch die Störung des Kurzzeitgedächtnisses, die THC verursacht, kann es zu Erinnerungslücken oder „Filmrissen“ kommen. Zudem können sich Herzrasen, Übelkeit oder Schwindel einstellen. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einem Kreislaufkollaps. Vor allem Personen, die noch keine Erfahrung mit Cannabiskonsum haben reagieren oft mit Übelkeit oder Erbrechen. Besonders ein Mischkonsum von Cannabis mit anderen Rauschmitteln, wie Alkohol oder Medikamenten kann sehr gefährlich werden. Hierbei sind die Folgen unberechenbar. Regelmäßiger Cannabiskonsum kann auch zu einer psychischen und teilweise milden körperlichen Abhängigkeit führen.

Äußere Einflussfaktoren der Wirkung von Cannabis auf den Konsumenten

Cannabis wirkt nicht bei jedem Menschen gleich. Es spielt eine Rolle, wie groß, klein, dick, dünn oder muskulös gebaut ein Mensch ist. Wie sein Stoffwechsel funktioniert und sein Kreislauf arbeitet. Auch psychische „Tagesformen“ des Konsumenten oder Dinge wie seine derzeitige Schlafqualität spielen bei der Wirkungsweise von Cannabis mit hinein. Zudem muss berücksichtigt werden, in welcher Form der Konsument THC zu sich nimmt. Beispielsweise ob er es raucht oder isst. Es ist somit fast unmöglich eine pauschale Antwort auf die Frage „Wie wirkt Cannabis?“ zu geben.

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